Die To-Relax Liste: Meine Strategie gegen den Bienenschwarm im Kopf

Letzte Woche beim Klettern fragte mich jemand, wie ich mich denn am schnellsten entspannen kann. Eine sehr wichtige Frage – besonders für die Momente, in denen die Gedanken wie ein Bienenschwarm im Kopf kreisen und die offene To-do-Liste einen hämisch angrinst.

Zusätzlich sind Ablenkungen an jeder Ecke vorhanden und warten nur darauf, dass ich sie willkommen heiße, geschweige denn von den Geräusche oder den kleinen „Monster-Post-Its“. Alles in allem stresst mich das Ganze und springe dann von einer Sache zur nächsten.

Das Problem an der Sache ist erst einmal zu merken und zu fühlen, dass etwas nicht stimmt. Oft merke ich gar nicht, dass ich wieder im „Hustle-Modus“ bin und meinen Normalzustand verlassen habe. Diesen Zustand überhaupt zu erkennen, ist schon die erste wichtige Phase. Ich musste diese Erkenntnis erst einmal trainieren, um zu wissen, wann es mal wieder so weit ist.

Weiter in diesem Zustand zu bleiben, raubt mir viel Energie. Ich werde schusseliger und werde dann auch nie fertig. Am schlimmsten trifft es mich, wenn ich in meinen Hyperfokus rutsche, obwohl ich aktuell eigentlich etwas ganz anderes machen sollte oder müsste.

Dass etwas nicht stimmt, ist für mich schon alleine mein Anker oder Startpunkt. Es macht mir bewusst: Ich befinde mich gerade im Stressmodus und brauche dringend, schnell und einfach Entspannung, um einen klaren Kopf zu behalten und wieder fokussiert an meinen Themen arbeiten zu können.

Also habe ich mir eine Liste angelegt, die sich stark an die Methode der „Not-To-Do Liste“ orientiert – nur dass sich meine „To-Relax-Liste“ nennt. Und das war’s? Neee, natürlich nicht. 🙂 Ich habe die Erfahrung gemacht, dass alles, was auf der Liste landet, ein paar bestimmte Eigenschaften besitzen sollte:

  • Meine Aktivitäten dürfen max. 15 Min. dauern (nicht länger, sonst lande ich wieder in einem Hyperfokus).
  • Keinen Leistungsdruck aufbauen -> No Challenge accepted.
  • Keine Produktivität -> lieber mal den „langen Weg“ gehen.
  • Es muss schnell gehen und alles parat liegen -> lange Vorbereitungen vermeiden und so einfach wie möglich machen.
  • Meine Liste muss greifbar sein. (Das Handy ist zwar smart, birgt aber leider die Gefahr neuer Ablenkungen, und ich vermeide es, ein Mediengerät gegen ein anderes zu tauschen).
  • Keine neuen Experimente -> starte mit dem, was du hast.
  • Vermeide Automatisierungen oder Kurzbefehle.

Hier ein kleiner Auszug aus meiner minimalistischen To-Relax Liste:

  • 5 Min. am offenen Fenster stehen.
  • Eine Runde walken gehen.
  • Meine spezielle Playlist anhören.
  • 100 durch 7 teilen, das Ergebnis abziehen (… ohne Kommawerte) und wieder durch 7 teilen (Kopfrechnen).
  • Atmung 4-8-4.
  • „Ich sehe alle grünen Dinge…“ (kann natürlich auch eine andere Farbe sein).
  • Tabelle erstellen mit drei Spalten: 1. Was mache ich gerade? 2. Was möchte ich machen? 3. Was sollte ich machen? (Und diese ausfüllen).

Natürlich verändert sich die Liste immer wieder und es kommen neue Ideen dazu – das ist auch gut so. Die Liste soll mich in der Situation entlasten, wenn das „Hummelgeschwader“ durch den Kopf rauscht. Nichts für diesen Moment parat zu haben und nur darauf zu hoffen, dass mir spontan etwas einfällt, habe ich für mich abgelegt. In dieser Situation bin ich zu gestresst, um noch einen klaren Gedanken fassen zu können. Mein Fazit ist: Ich möchte mein Gedankenkarussell nicht noch schneller drehen lassen.

Wenn es dir ähnlich geht, habe ich einen Auftrag für dich: Erstelle dir eine To-Relax Liste und lege sie dir greifbar ab, sodass du schnell und ohne Hindernisse darauf zugreifen kannst.

💡Kleiner Tipp am Rande: Meine Liste befindet sich ganz klassisch in meinem Bullet Journal. Im Zuge der Migration und Reflexion überarbeite ich sie immer wieder mal.

Das, was ich hier geteilt habe, ist auf meinem Mist gewachsen und ist keine starre Vorgabe für dich. Ich möchte mit diesem Blogartikel berichten, wie ich es für mich mache, und dir vielleicht einen Gedankenanstoß geben, falls du dich in einer ähnlichen Situation befindest.

P.S.: Dieser Text ist ursprünglich von Hand in meinem Bullet Journal entstanden. Das hilft mir, meine Gedanken zu ordnen, führt aber auch dazu, dass mal ein Komma fehlt oder ein Buchstabe verrutscht. Mir ist der „handgemachte Charme“ und der Impuls wichtiger als die perfekte Rechtschreibung – ich hoffe, du siehst es mir nach!

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