Internet @home – schneller, mehr und…. ? Der D-Day

Die Rechnung vom Internetprovider flattert herein – knapp 40 Euro für den Monat. Für Internet mehr nicht!

Das Thema beschäftigt mich den Tag über…. laufe bewusster durch die Wohnung was einen Internetzugang hat und was nicht, ja selbst der Staubsauger hat Internetzugang, schlafe eine Nacht darüber….
In der Rechnung der Hinweis wann gekündigt werden kann, ich kündige den Festnetzanschluss.
Die Fragen waren zunächst der Anfang. Das Gespräch mit meiner Tochter war dann der Spiegel. Sie fragte: „Du hast was gemacht, Papa?“ – und ich merkte, es geht nicht nur um das Geld, es geht um etwas anderes.

Es ist etwas verrückt aber jedes Gerät, jedes Tool oder jede App ruft nach mir, nicht laut, aber es ist da. „Ich hab interessante Nachrichten für dich. Benutz mich, Pflege mich, ich bräuchte ein Update, jetzt bin ich groß geworden und kann das auch, was die andere App kann. Fast wie Geisterstimmen, mir fällt die Nixe aus der Loreley-Sage ein, die auf einem hohen Schieferfelsen bei Sankt Goarshausen sitzt. Mit ihrem betörenden Gesang und ihrer Schönheit lenkte sie die Schiffer ab, deren Boote zerschellten an den gefährlichen Felsenriffen des Rheins.

Aber dann wurde es leiser. Statt Kampf kamen Fragen: Wie oft bist du zuhause? Was nutze du davon wirklich? Und brauche ich es überhaupt? Wenn ich jetzt kündige, würde sich etwas (ver)ändern?

Die Angst kam trotzdem, meist unbewusst Was, wenn ich etwas verpasse? Was denken andere über mich, die mich besuchen, keinen Zugang zu meinem WLan erhalten? Was, wenn meine Tochter nicht mehr gerne kommt, weil es bei mir nicht mehr „läuft“? Was, wenn ich einen Fehler mache? Ist es für mich als Technikfreund ein Rückschritt? Einfachmal so im Internet surfen ist dann nicht mehr…

Für mich stellen sich Zusammenhänge ein, viele Dinge buhlen um meine Aufmerksamkeit, wie ein Tamagotchi der jetzt gefüttert werden möchte, ohne wenn und aber.
Im letzen Monat aktivierte ich mir einen Tracker im Router für die Datenmenge zu ermitteln – ich war der festen Überzeugung das es nicht viel sein wird – das Ergebnis erschreckend – für meine jetzt schon sehr spärlichen Ausführung und Nutzung des Internets zuhause hatte ich 1 GB Datenvolumen verbraten – an einem einzigen Tag!
Die größte Erkenntnisse aus dem letzten Monat war, dass Weniger Internet, weniger Updates, weniger Geräte es mich nicht einschränkt, sondern meine Aufmerksamkeit erhöht und die Reibungspunkte weniger werden. Es hat mir Entscheidungen zurückgegeben, denn plötzlich war wieder Platz für die Frage: Brauche ich das wirklich? Oder ist es nur nice to have?

Ich habe Dinge wie Apps gelöscht, Gerätschaften verschenkt, verkauft, geteilt. Nicht weggeworfen – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit – weitergegeben.

Ich komme aus einer Zeit, da hatte man eine Polaroid, eine Filmrolle. Oder eine Einwegkamera. Man konnte nicht jeden Moment festhalten. Aber man konnte ihn genießen. Jetzt und hier.

Der Festnetzanschluss ist gekündigt. Die Geräte sind weniger geworden. Der Lärm ist leiser. Und ich frage mich: Was hätte ich noch alles behalten, nur weil es da war? Werde ich mein Projekt in die Ecke schmeißen?
Was sind deine Erfahrungen?

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