Es fing mit einem Gespräch an — ein Gespräch, das mit einem Thema begann und zu mehreren Themenpaketen wurde, anschließend ein zweites, ein drittes, und so geht es weiter.
Menschen stellen Fragen — manchmal echte, manchmal verkleidete. Die zweite Sorte erkenne ich inzwischen: Sie sind keine Fragen. Sie sind Pakete. Ungefragt überreicht, unzustellbar adressiert — eine Übergabe an mich ohne genauen Absender oder Empfänger zu kennen. Irgendwie landet das Gewicht trotzdem bei mir.
Ich merke das nicht sofort. Der Morgen beginnt gut, der Kopf ist klar, die Energie da — alles fein.
Dann kommt das erste Paket. Dann das zweite. Irgendwann läuft im Hintergrund eine Schleife — Gedanken, die nicht enden, offen bleiben, sich im Kreis drehen. Die Stimmung kippt. Nicht dramatisch, aber merklich. Und ich frage mich: Woher kam das?
Die ehrliche Antwort: Ich habe den Paketen und Gedanken Zugang gewährt.
Niemand hat mir die Energie einfach weggenommen. Ich habe die Tür geöffnet, weil ich helfen wollte — oder weil es sich so anfühlte, dass ich helfen müsste, als müsste ich antworten. Dieses Müssen ist der Haken. Es ist kein Zwang von außen. Es ist einer, den ich selbst installiert habe.
Das wollte ich nicht einfach so stehen lassen. Also habe ich mir eine kleine Karte gemacht — handgezeichnet, nicht perfekt, zweckorientiert. Eine mindCard. Mittendrin der Satz, den ich gerade brauche: Bei mir bleiben — mit einigen Aha-Erkenntnissen wieder mal: „Ungefragt = Unzustellbar“ und „Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.“

Es geht nicht darum, zynisch zu werden oder Mauern zu bauen. Es geht darum, einen Moment Raum zu schaffen — und zwar genau zwischen den zwei Punkten, dem Denken und dem Handeln. Dieser Raum ist klein. Aber er reicht, um einen Filter zu aktivieren und kurz innezuhalten.
Die Karte ist kein System. Sie ist meine mindCard — eine kleine, handliche Erinnerung. Eine Geste in Richtung: Das möchte ich nicht mehr.
Was bleibt: Ich möchte offen sein für Menschen, die mir wichtig sind. Ich möchte helfen, wenn Hilfe sinnvoll ist und natürlich auch gerne genommen wird. Aber beides funktioniert besser, wenn ich vorher kurz bei mir geblieben bin — statt automatisch in die Helferschleife zu rutschen. Für mich nicht einfach — denn schließlich muss ich warten, ob überhaupt Hilfe gewünscht ist und es von der anderen Seite ausgesprochen wird!
Gefühle sind da noch ein eigenes Kapitel. Sie reagieren auf diese Pakete am stärksten, und ich verstehe sie am wenigsten. Aber die mindCard hilft mir zumindest, einen Schritt zurückzutreten — bevor das Gefühl schon die Richtung vorgibt.
Vielleicht ist das der Anfang von etwas: nicht weniger offen sein, sondern bewusster.


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